So sieht die Gesetzeslage aus

In Anbauvereinigungen, sogenannten „Cannabis Social Clubs“, dürfen die Mitglieder gemeinschaftlich Cannabis anbauen und nicht-kommerziell an Mitglieder verteilen. Die Clubs finanzieren sich über Mitgliedsbeiträge und müssen bestimmte Vorschriften einhalten, die nun gesetzlich geregelt wurden:

  • Die Mitgliederzahl pro Verein ist auf maximal 500 begrenzt, wobei jedes Mitglied mindestens drei Monate angemeldet sein muss, um aktiv werden zu dürfen.
  • Die Menge an Cannabis, die ein Mitglied erhalten darf, beträgt 25 g an einem Tag bzw. insgesamt 50 Gramm innerhalb eines Monats. Jüngere Mitglieder (18 bis 21 Jahre) dürfen monatlich höchstens 30 g mit einem THC-Gehalt von höchstens 10 Prozent erhalten.
  • In den Räumlichkeiten des Cannabis Social Clubs ist der Konsum von Alkohol untersagt. Der Cannabiskonsum ist innerhalb des Clubs sowie in einem Umkreis von 200 Metern verboten.
  • Ebenso verboten ist der Konsum in einem Umkreis von 100 Metern um Schulen, Sportstätten oder Kitas. In Fußgängerzonen herrscht zwischen 07:00 und 20:00 Uhr ein Konsumverbot.
  • Die Ausgabe des Cannabis muss in einer neutralen Verpackung erfolgen. Darauf müssen einige Infos angegeben sein, wie Erntedatum, Mindesthaltbarkeitsdatum, Sorte, Wirkstoffgehalt und Gewicht.
  • Nur reine Cannabisprodukte sind erlaubt, wie getrocknete Blüten, Blätter (Marihuana) und Harz (Haschisch). Dagegen nicht gestattet sind Tabak- und Nikotinprodukte sowie mit Lebensmitteln vermischte Produkte (z.B. Haschkekse).
  • Die Clubräumlichkeiten und Grundstücke müssen umzäunt und gegen Einbrüche gesichert sein. Gewächshäuser benötigen einen Sichtschutz.
  • Jeder Club muss ein Gesundheits- und Jugendschutzkonzept entwickeln sowie eine/n Sucht- und Präventionsbeauftragte/n ernennen, welche Schulungen und Auffrischungskurse absolvieren muss.

 

Und wie siehts beim Eigenanbau aus?

Für den privaten Eigenanbau dürfen Cannabissamen aus EU-Mitgliedsstaaten (auch über das Internet) gekauft und in Deutschland eingeführt werden.

Ein sogenannter Cannabis Social Club darf im Übrigen an volljährige Personen, welche nicht Mitglied des Clubs sind, monatlich bis zu sieben Samen oder fünf Stecklinge zum Zweck des privaten Eigenanbaus weitergeben. Bei einer gemischten Weitergabe sind höchstens fünf Samen und Stecklinge erlaubt. Die weitergegebenen Samen und Stecklinge müssen dann allerdings beim gemeinschaftlichen Eigenanbau des Clubs entstanden sein. Für diese weitergegebenen Samen oder Stecklinge sind die dem Cannabis Social Club entstandenen Selbstkosten von dem Nicht-Mitglied zu erstatten.

 


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